Mykotherapie

Die Heilkraft von Vitalpilzen

Pilze sind unglaublich vielfältige und spannende Lebewesen. Sie sind überall um uns herum und besiedeln fast alle Lebensräume. Sie sind weder Pflanzen zuzuordnen, da sie keine Photosynthese betreiben, noch den Tieren. Pilze bilden in der biologischen Klassifikation eine eigene Gruppe, nämlich die der Fungi. In ihrem Stoffwechsel setzen sie ganz auf Chemie und produzieren ein Arsenal hochaktiver Substanzen, um Nährstoffe und Mineralien aus den unterschiedlichsten Böden herauszulösen. Pilze benötigen für ihren Stoffwechsel oft organische Nährstoffe, die von anderen Lebewesen gebildet werden; sie zählen dadurch zu den Meistern der Zusammenarbeit. Pilze kooperieren mit mikroskopisch kleine Algen wie mit Bäumen. Und nicht nur das: 90 Prozent aller Pflanzen profitieren auf diese Weise von der wunderbaren Welt der Pilze. 

 

Alte Wirkstoffe neue entdeckt

Seit Jahrtausenden spielen Heilpilze, auch Vitalpilze genannt, in Asiens traditioneller Heilkunde eine wichtige Rolle. Shitake, Maitake, Reishi, Hericium und viele andere Vitalpilze sind teilweise auch sehr schmackhafte Speisepilze. Der Geschmack steht aber bei ihnen nicht im Vordergrund, sondern ihre sekundären Inhaltsstoffe. Ihr Ursprung liegt in der Traditionellen Chinesischen Medizin, der TCM. 

Hier haben Heilpilze seit Jahrtausenden einen festen Platz. In China und Japan wurden und werden Pilze zur Behandlung vieler Leider und schwerer Krankheiten erfolgreich eingesetzt. Es wird grundsätzlich angestrebt, den Patienten in seiner Gesamtheit zu sehen und die Ursachen einer Erkrankung zu erkennen. 

Der gesamte Organismus wird gestärkt, im Zentrum steht die Gesundung durch das Wiederherstellen der Homöostase. Diese ist erreicht, wenn alle Stoffwechselprozesse des Körpers im Gleichgewicht sind. Vitalpilze unterstützen diesen Prozess, da sie ausgleichend auf Mineralstoffe und Spurenelemente sowie den Enzym-, Hormon- und Wasserhaushalt wirken. Die Unterstützung von erkrankten Menschen und Tieren mit Hilfe von Pilzen (Mykotherapie) in der westlichen Welt ist eine noch relativ junge Methode, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. 

 

Mit der Frage, ob Heilpilze auch medizinisches Potenzial haben, befassen sich mittlerweile einige wissenschaftliche Institute in Europa. Damit Vitalpilze in Deutschland als Arzneimittel zugelassen werden können, fehlen jedoch noch klinische Studien nach internationalen Standard. Diese gibt es bislang in ganz Europa nicht. Daher werden Heilpilze in Form von Pulver, Kapseln und hochdosierten Extrakten aktuell als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, nicht als Medikamente. 

 

Pilze sind Adaptogene

Pilze gehören zur Substanzklasse der Adaptogene, von denen es in der Natur nur wenige gibt. Adaptogene sind natürliche, in bestimmten Pilzen und Pflanzen vorkommende Substanzen die eine regulierende Wirkung auf den Körper haben. Bei Stress wirken sie beruhigen, bei Müdigkeit anregend. 

Adaptogene dienen der Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und erhöhen die Widerstandskraft (Resilienz). Der Organismus kann sich damit an Stresssituationen besser adaptieren (anpassen). Ein Adaptogen wirkt über folgenden Ansatz: Es stellt die Ausgeglichenheit im Körper wieder her. Es ist weniger die Leistung jedes einzelnen Stoffes, sondern vielmehr die Kollektivwirkung der Inhaltsstoffe. Adaptogene optimieren die Kompetenz des Organismus! Zum Beispiel kann derselbe Pilz ein überschießendes Immunsystem drosseln und in anderen Situationen eine schwache Immunreaktion wieder aktivieren - die Immunabwehr wird sanft und wirksam wieder in Balance gebracht. 

Inhaltsstoffe von Vitalpilzen

Die Wirkung dieser Pilze beruht auf den Eigenschaften ihrer sekundären Pflanzenstoffe. Pilze enthalten Lektine, Glucane, Ergosterol und die Aminosäure Arginin. Diese Stoffe können an bestimmte Rezeptoren im Körper binden und dadurch unerwünschtes Zellwachstum unterdrücken, das Immunsystem modulieren (stimulieren oder drosseln), zytotoxische (zellgiftige) und andere Wirkungen aktivieren oder begünstigen. Je nach Pilzart könnten unterschiedliche Substanzen von Interesse sein. Wie sich immer wieder herausstellt, sind es vor allem die Polysaccharide (komplexe Zucker), im Fall der Pilze die Glucane, die die stärksten Wirkungen auf die Gesundheit haben. Glucane wie Lentiman sind Teile der Pilz-Zellwände und bestehen aus speziell verzweigten Zuckermolekülen (Polysacchariden). Sie aktivieren auch die "Killerzellen" des Immunsystems, die unerwünschte oder entartete Zellen aufspüren und vernichten. 

 


Zudem enthalten Pilze Mineralstoffe wie Kalium und Phosphor, Spurenelemente wie Selen, Eisen, Kupfer, Mangan und Zink, und sind zum Teil auch reich an B-Vitaminen. 

 

Pulver oder Extrakt?

Je nachdem, welche Inhaltsstoffe der Pilze man nutzen möchte, muss man zwischen den beiden Aufbereitungsarten Pulver oder Extrakt wählen. 

Zur Herstellung des Pulvers werden ganze Pilze getrocknet und zerkleinert. Es enthält alle Inhaltsstoffe des Pilzes und ist für die Aufnahme wichtiger Vitamine und Mineralstoffe bestens geeignet. 

Extrakte werden aus dem Pulver mit Hilfe verschiedener Lösungsmittel gewonnen. Zum Beispiel als Tinktur oder als Teeaufguss. Die Verfügbarkeit einiger Mineralien und Spurenelemente verbessert sich durch diese Aufbereitung. 

Extrakte können geringer dosiert werden als Pulver. Bestimmte Inhaltsstoffe, die unlöslichen, wie z.B. einige Ballaststoffe und ein Teil der Vitamine, gehen bei der Aufbereitung als Extrakt allerdings verloren. 

Extrakte und Pulver haben beide ihre Berechtigung und können kombiniert werden. Möchte man die entgiftende oder entschlackende Wirkung der Pilze nutzen, setzt man auf die gesamten Inhaltsstoffe im Pilzpulver. Steht z.B. eine Stärkung des Immunsystems im Vordergrund, würde man dem Extrakt den Vorzug geben. 

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung

Auch hohe Dosierungen der Vitalpilze sind für den Körper nicht toxisch (giftig) und es gibt kaum einen Gewöhnungseffekt. Selbst bei lebenslanger Medikation bleibt die Effizienz der Pilze erhalten. Meistens hat die Einnahme von Vitalpilzen keine unerwünschten Nebenwirkungen. Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen, und zwar bei Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe. Solche "Nahrungsmittelallergien" sind zum Glück aber sehr selten. Da Vitalpilze recht große Mengen an unverdaulichen Eiweißen enthalten, können diese bei Einnahme zu Blähungen führen. 

Daher empfehle ich lieber, die Dosis der Vitalpilze langsam und mit Bedacht auf die Endmenge zu steigern. 

Beim Kauf der Pilzprodukte sollte man sehr auf Qualität achten. Einen seriösen Anbieter erkennt man daran, dass er die Vitalpilze selbst anbaut und nicht zugekauftes Pulver aus China verkapselt. Nur so wird gewährleistet, dass die Produkte keine Pestizid- oder Schwermetallbelastung aufweisen. Der Anbau dieser Zuchtpilze sollte nach den Kriterien der EU-Norm auf einer naturgemäßen und biologischen Art und Weise erfolgen. 


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