Man ist so alt....

... wie man sich fühlt!

Das gilt natürlich auch für unsere Vierbeiner - allen voran Hunde und Katzen. Wie auch bei uns Menschen sollten unabhängig vom Gesundheitszustand, also auch beim gesund erscheinenden Tier, Vorsorgeuntersuchungen im fortgeschrittenen Alter durchgeführt werden, um schleichende Krankheitsprozesse früh zu erkennen.

Wann ist ein Tier alt?

Wann die Grenze genau gezogen werden soll zwischen Wachstum, Reife und Alter, ist individuell verschieden, auch die einzelnen Organsystem altern unterschiedlich schnell. Großen Einfluss auf den Alterungsprozess haben Haltung (Natürliche Haltung verlängert das Leben) und Fütterung (Adipöse Tiere altern und sterben früher!)

Geriatrische Vorsorgeuntersuchungen sollten bei kleinen Hunderassen ab dem 8. und bei großen Hunden ab dem 6. Lebensjahr durchgeführt werden. Katzen sollten ab dem 8. Lebensjahr ebenfalls routinemäßig vorsorglich untersucht werden. Solange ein Pferd sich noch gerne bewegt, kann es geritten werden. Bis zu einem Alter von 18 Jahren sieht man sogar ab und zu noch Pferde im Leistungssport. Ab 16 Jahren kann man beim Pferd an ein Altersscreening denken. Das empfohlene Intervall von Vorsorgeuntersuchungen ist halbjährlich, maximal jährlich.

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll?

Ganz vorne steht eine Labor Untersuchung zur Abklärung der Nierenfunktion. Mit Harnstoff und Kreatinin im Serum werden Zustände erfasst, bei denen die Nierenfunktion um über 70 Prozent eingeschränkt ist. Einmal zerstörtes Nierengewebe kann nie mehr regeneriert werden. Es gilt daher, möglichst früh eine eingeschränkte Funktion zu erkennen. Daher wird der Eiweiß-Kreatinin-Quotient im Harn bestimmt, der als Nierenfrüherkennungsparameter gilt. Entspricht der Quotient nicht den Normwerten, kann eine weitere Störung der Organfunktion diätetisch verhindert oder zumindest verlangsamt werden. Alternativ kann hier der Früherkennungsparameter für die Niere - Cystatin C - im Serum bestimmt werden. 

Wichtig bei Hunden und Katzen ist die Abklärung der Schilddrüsenfunktion. Eigene Untersuchungen zeigen: Bis zu 30 Prozent aller Katzen im alter über 10 Jahren sind von einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) betroffen. Diese bewirkt eine Steigerung des Stoffwechsels, was zunächst von Tierhaltern oft als erwünschtes Jungbleiben falsch interpretiert wird. 

Später werden Hyperaktivität, Heißhunger mit Durchfall und unzureichender Nahrungsausnutzung, daraus resultierende Abmagerung und Fellveränderung bemerkt. Bei Hunden wird im zunehmenden Alter häufig eine Hypothyreose (Schilddrüsenüberfunktion) beobachtet. 

Auch der Diabetes mellitus, allgemein als "Zucker" bezeichnete, kommt bei älteren Tieren gehäuft vor. Zur Überprüfung eignet sich eine Blutzucker- bzw. eine Fructosamine-Bestimmung im Serum. Fructosamine sind Proteine, an die Zucker gebunden sind.

Sie sind nur dann erhöht, wenn ein länger dauernder Anstieg des Blutzuckers vorliegt. Während die Blutglukose auch durch den Stress des Praxisbesuchs über den Referenzwert hinaus erhöht sein kann, ist das bei den Fructosaminen nicht der Fall.

Und die Leber sollte bei einem Geriatrie-Check überprüft werden. Tierspezifisch werden Leberenzyme im Serum kontrolliert. Ein Blutstatus sollte nicht fehlen, um einen Einblick auf das rote und das weiße Blutbild zu haben. So lassen sich klinisch noch nicht erkennbare Anämien oder Hinweise auf Entzündungen erkennen. 

Falls ihr Fragen zum Thema habt, könnt ihr uns gerne anrufen oder eine Nachricht schreiben. Wir helfen euch gerne weiter!

 

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