Die Skala der Ausbildung

Drei Phasen

  • Lösungsphase (Vertrauen)
  • Entwicklungsphase (Schubkraft)
  • Aufbauphase (Tragkraft)

Sechs Elemente

  • mit Takt und Losgelassenheit
  • mit Anlehnung und Schwung
  • mit Geraderichtung und Versammlung

Ein Mangel in einem Bereich deutet stets auf Mängel in anderen Bereichen hin. Ein Pferd ohne Balance kann nicht taktklar gehen, ein Mangel an Takt schließt Schwung aus; ohne Balance kein Geraderichten und ohne Geraderichten keine Balance. Die Dual-Aktivierung setzt gleichzeitig an allen Punkten an und verbessert beim Pferd genau die Probleme, die bislang nur mit aufwändigen Übungen - die einen guten Reiter voraussetzen - behoben werden konnten. 

Läuft ein Pferd frei, sehen wir noch einmal einen Unterschied zu den Bewegungen, wenn es geritten wird. Unter dem Gewicht des Reiters sind die Bewegungen des Pferdes nämlich eingeschränkt. Zur vollen Leistungsfähigkeit und zum richtigen Reiten muss das Pferd frei, gelöst und unverkrampft gehen, will man es sein Pferdeleben lang einsetzen. 

Takt

Der Takt ist das Gleichmaß der Bewegung in allen Gangarten, also Schritt, Trab, Tölt oder Walk und Galopp. In allen Gangarten kann der Takt verloren gehen, wenn sich ein Pferd durch zu starken Zügelzug im Rücken festhält, oder wenn es über seine natürlichen Möglichkeiten des Ausschreitens hinaus geritten wird. Als mögliches Problem kann sich ein passähnlicher Gang einstellen. 

Im Trab werden die Tritte extrem unrein, das Pferd eiert wie eine flüchtende Ente. Im Galopp kommt es bei Taktproblemen zum "Hasengalopp", wenn das Pferd in der diagonalen Phase nacheinander erst hinten, dann vorn auffußt und im Viertakt galoppiert. Das sieht man öfters bei Springreitern, die ihr Pferd vor einem Hindernis zu sehr zurücknehmen, um noch den Absprung zu schaffen. Durch Vorlassen des Halses und reibende Hilfen kommt das Pferd wieder in den Dreitakt, die Hinterhand wird wieder vermehrt untertreten. Der Galopp ist eine gesprungene Gangart. Ob es Rechts- oder Linksgalopp ist, bestimmt das führende Bein des vorderen Beinpaares, welches am weitersten vorgestreckt wird. Bei dieser schnellsten Gangart des Pferdes sind Raumlängen von über acht Meter möglich. Der Reiter soll das Pferd im Takt durch treibende Hilfen unterstützen. Damit das Pferd nicht wegeilt, muss eine leichte Verbindung zum Pferdemaul bestehen. Deshalb dürfen wir in der Dual-Aktivierung unser Pferd in den Gassen nicht durch Zügel, Hilfszügel oder Longeneinwirkung stören.

Ein Vorlasen des Halses erreichen wir nur, wenn sich das Pferd frei bewegen kann. Nur so kann das Pferd seine Balance und damit seinen Takt finden.  

Losgelassenheit

Ein losgelassenes Pferd erkennt man am schwingenden Rücken, einem natürlich getragenen Schweif und einen vorwärts-abwärts gedehnten Hals. Als Erfolg erhält man einen raumgreifenden Schritt. Longieren und Cavaletti-Arbeit fördern die Losgelassenheit. Danach arbeitet man üblicherweise mit lösenden Übungen wie Leichttraben. Später lässt man das Pferd  häufig die Gangarten wechseln, vom Trab zum Galopp und umgekehrt. Auch durch Seitwärtsgänge wie z. B. Schenkelweichen wird ein Pferd gelöst. Bei der Dual-Aktivierung werden Cavaletti einfach durch die Dual-Gassen ersetzt. 

Vorteile sind die hohe Variationsmöglichkeit im Aufbau und der weichen Gasen-Kern, der vor Bein- und Hufverletzungen schützt. Im Wechsel vom Trab zum Galopp und umgekehrt erfährt das Pferd einen hohen Trainingseffekt. 

Anlehnung

Als Anlehnung bezeichnet man die Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Die Zügel können dabei länger oder kürzer sein, je nachdem, ob das Pferd den Hals eher vorwärts-abwärts dehnt oder ob es mit gewölbten Hals durchs Genick geht. Eine unruhige oder harte, nicht nachgebende Hand bringt das Pferd sofort aus dem Takt. Es wird krampfig. Bei der richtigen Anlehnung dehnen sich Hals und Genickmuskeln so an das Gebiss heran, dass man von "am Zügel stehen" redet. 

Bis es jedoch soweit ist, muss der Reiter richtig sitzen können und zur richtigen Zeit mit den Schenkeln treiben. In den Dual-Gassen werden die Zügel lang gelassen und beim Verlassen der Gassen wieder aufgenommen, um eben dieses Verkrampfen zu verhindern. Vielen Reitern wird bei dieser Übung erst einmal bewusst, wie sehr sie sich am Zügel festhalten. 

Geraderichtung

Das Geraderichten hat eine grundlegende Bedeutung und hohen Stellenwert für die gesamte Ausbildung. Sie ermöglicht es dem Pferd, seine Körperkräfte bei größtmöglicher Schonung von Sehnen und Gelenken optimal einzusetzen. Schon aus diesem Grunde setze ich dieses Element im Gegensatz zur aktuellen Skala deutlich vor den Schwung.

Ich kann doch nicht Schwung oder gar Verstärkungen von einem Pferd verlangen, das noch nicht einmal geradeaus gehen kann. Hier würde ich ja Beinschäden aller Art bewusst in Kauf nehmen. 

Das Geraderichten ist eine gymnastizierende Arbeit, welche sowohl das Gleichgewicht als auch die gleichmäßige Längsbiegung und Geschmeidigkeit des Pferdekörpers zum Ziel hat. Das Pferd soll befähigt werden, sich den gebogenen Linien des Hufschlags anzupassen, immer spurgetreu geradeaus zu fußen und damit eine Mechanik zu entwickeln, die eine vermeidbare Mehrbelastung seiner Gliedmaßen ausschließt. 

Schwung

Verlangt wird vom Pferd, dass es unter Beibehaltung des Taktes schwungvoll vorwärts geht. Erreichen kann das jeder Reiter durch Treiben mit Kreuz und Schenkeln. Dabei muss er das Pferd so begrenzen, dass es nicht weg eilt. Auf der Hinterhand liegt für den Schwung das Augenmerk jedes Ausbilders, denn dort ruhen die verborgenen Kräfte. Man nennt sie die Schub- und Tragkraft. Letztere steht in Verbindung mit der Federkraft. 

Wenn die Hinterhand des Pferdes zum Untertreten aktiviert wird, fußen auch die Hufe energisch ab. Im Schwung entfaltet das Pferd seine volle Muskeltätigkeit bei taktmäßigen Bewegungen. Das kann es nur, wenn es balanciert geht. Weil vielen Pferden die Balance fehlt, sind sie unsicher. Sie werden schneller, verlieren den Takt und haben Angst umzufallen. 

 

Versammlung

Der letzte Punkt der Ausbildungsskala ist die Versammlung. Bei einem versammelten Pferd kann man eine stärkere Beugung der Hinterhand und der Hüft- und Kniegelenke (Hanken) beobachten. Das Pferd wirkt erhaben, kürzer, sein Hals richtet sich auf, die Hinterhand senkt sich. Im Wechsel aus Beugen und Strecken steigert sich die Tragkraft der Hinterhand enorm. Zu Beginn darf die Versammlung nur über kurze Zeit verlangt werden. Sie ist für Pferde enorm anstrengend und hat einen hohen gymnastizierenden Wert. 

Werden die sechs Punkte der Ausbildungsskala bei einem Pferd nicht oder nur stückweise beachtet, wird es immer hinter seinen Leistungsmöglichkeiten zurückbleiben. 

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