CBD

Vielfältige und nebenwirkungsarme Anwendung in der Tierheilpraxis

Die Nutzpflanze Hanf (Cannabis) aus der Ordnung der Rosenartigen (Rosales) wird schon seit der Steinzeit angebaut und bietet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Aus den Fasern der Stängel können Seile, Gewebe und Papier, aus den Samen Speiseöl, aus Blättern und Blüten ätherische Öle und aus getrockneten Blättern, Blüten und Blütenständen Arznei- und Rauschmittel hergestellt werden. Der letzte Punkt ist entscheidend für den schlechten Ruf und die rigorose Reglementierung von staatlicher Seite in Bezug auf die Verwendung von Cannabisprodukten. 

Die Gattung Cannabis teilt sich in die Arten Cannabis sativa (Gewöhnlicher Hanf) und Cannabis indica (Indischer Hanf) auf. Beiden ist gemein, dass sie zweihäusig getrenntgeschlechtlich sind, es also männliche und weibliche Pflanzen gibt. Nur die weiblichen Pflanzen enthalten in den Blüten und blütennahen Blättern arzneiwirksame Cannabinoide und Terpene. Psychoaktiv und damit als Droge eingestuft ist Tetrahydrocannabinol (THC). Nicht psychoaktiv, und damit auch für die medizinische Anwendung am Tier geeignet, ist das in den erwähnten Pflanzenteilen am meisten vorkommende Cannabinoid: Cannabidiol (CBD).

In Deutschland erlaubt und verschreibungsfrei zugelassen sind nur Produkte, die auf Basis THC-armer (< 1 Prozent) Hanfsorten (Nutzhanf) produziert wurden. CBD und THC wurden erst 1964 als Bestandteile von Cannabis erkannt und sind gegenwärtig Gegenstand intensiver medizinischer Forschung.

Wirbeltiere besitzen zur Koordination der internen Körperfunktonen neben Hormon- und Nervensystem das Endocannabinoidsystem, dessen Botenstoffe chemisch dem CBD/THC von Cannabis sehr ähnlich sind. Die wichtigsten körpereigenen Cannabinoide sind Anandamid und 2-Arachidonyl-Glycerin (2-AG). CBD hemmt den Abbau von Anandamid und unterstützt so das Endocannabinoidsystem. 

Im gesamten Organismus finden sich in verschiedenen Geweben Rezeptoren für Cannabinoide, die in die Typen CB1 und CB2 eingeteilt werden. So werden über den CB1-Rezeptor im Nervengewebe des Hirns u.a. Schmerzwahrnehmung, Angst und Appetit gesteuert, während über den CB2-Rezeptor im Knochengewebe das Knochenwachstum reguliert wird. Andere Gewebe und Systeme besitzen sowohl CB1- als auch DB2-Rezeptoren mit unterschiedlichen Steuerungsfunktionen. 


Ausgehend von diesem Mechanismus kann eine Erkrankung durch einen Mangel an Endocannabinoiden und einen Verlust des körpereigenen Gleichgewichts (Homöostase) aufgefasst werden. Für die Wiedererlangung der Homöostase bietet sich die Verwendung von CBD aus diesem Grund folgerichtig an. 

Gleichzeitig ist CBD auch bei hoher Konzentration nicht toxisch und greift auch nicht dysregulierend in funktionierende Abläufe ein. 

Damit sich Cannabinoide an die Rezeptoren binden können, müssen diese empfangsbereit sein. 

Zur Unterstützung tragen hier Omega-3-Fettsäuren bei. Aus chemischer Sicht sind Omega-3-Fettsäuren ungesättigte (doppelbindungstragende) Kohlenwasserstoffe mit einer Carboxylgruppe (COOH) an einem Ende und der ersten Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen zwischen dem 3. und 4. Kohlenstoffatom am anderen Ende. (siehe Bild)

 

Die Gabe von EPA- und DHA-haltigen Ölen (Lachsöl) oder die interne Umwandlung anderer Omega-3-Fettsäuren in EPA/DHA aus Leinöl, Chiaöl oder Hanföl unterstützt die regulierende Funktion des Endocannabinoidsystems und erklärt die antiinflamatorische (entzündungshemmende) Wirkung der Omega-3-Fettsäuren. 

Eine weitere Stoffgruppe, die die Aktivität der CB1 und CB2 Rezeptoren positiv beeinflusst, sind die auch in Cannabis vorkommenden Terpene. Diese sind leichtflüchtige Aromastoffe, die Pflanzen ihren speziellen Geruch verleihen und als Lock- oder Abwehrstoff dienen. Im Zusammenspiel mit Terpenen kann CBS erst seine volle Wirksamkeit entfalten. Wichtige Terpene sind Linalool (Ingwer, Lavendel), Myrcen (Hopfen), Limonen (Zitrusfrüchte), Caryophyllen (Hopfen, Pfeffer, Rosmarin) und Pinen (Nadelgewächse). Jedes Terpen unterstützt unterschiedliche Aspekte der endocannabinoiden Regulation. 

Ein Zusammenspiel verschiedener Stoffe wie hier von Cannabinoiden, Omega-3-Fettsäuren und Terpenen mit gegenseitiger Unterstützung und Verstärkung wird als "Entourage-Effekt" bezeichnet. Aus diesem Grund ist rein synthetisch hergestelltes CBD ohne zusätzliche Inhaltsstoffe weit weniger wirksam als ein sorgsam zusammengestelltes Naturprodukt. 

Therapiemöglichkeiten

Die vielfältigen Wirkweisen bieten u.a. folgende Behandlungsoptionen an:

  • Ängste: Kombination von CBD mit Limonen und/oder Linalool
  • Atemnot: Kombination von CBD mit Pinen und Omega-3-Fettsäuren
  • Arthritis, Autoimmunerkrankungen, Entzündungen: Kombination von CBD mit Pinen und Mycren
  • Schmerzen: Kombination von CBD mit Linalool

Zur Verwendung am Tier gibt es im Handel erhältliche CBD-Öle. Der Preis für diese Produkte ist recht hoch und abhängig vom CBD-Gehalt. Beim Kauf, vor allem über das Internet, sollte unbedingt auf Herkunft und Qualität der Produkte geachtet werden.

Kontraindikationen

Obwohl CBD ungiftig und selbst in hohen Konzentrationen gut verträglich ist, sollte vor allem bei Trächtigkeit (Schutzfunktion der Plazenta kann beeinträchtigt werden) und Gabe von Medikamenten vorsichtig dosiert, ggf. auf die Gabe verzichtet werden. Da CBD das enzymatische System beeinflusst, kann der Abbau von Medikamenten verzögert und so die Wirkdauer ungewollt verlängert werden. 

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