Bewegungstraining

Kurze Info zu Sehnen (Sehnenschäden, ein häufiges Problem)

  • Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen. Sie helfen die Kraft des Muskels auf den Knochen zu übertragen und haben eine federnde Wirkung. Die Energie, die vom Muskel erzeugt wird, wird kurzzeitig von der Sehne gespeichert und dann auf das Skelett weiter gegeben
  • Es besteht die Gefahr von Sehnenschäden durch Fehl- und Überbelastungen
  • Sehnen sind schlecht durchblutet. Dadurch ist die Regenerationszeit relativ lang bzw. oft bleibt ein irreversibler Schaden zurück
  • Um einen Sehnenschaden auszuheilen, ist ein gutes Aufbautraining notwendig
  • Das Training bewirkt eine gleichmäßige Belastung und Durchblutung der Sehnen
  • Nur durch kontrollierte gezielte Bewegung wird gewährleistet, dass die "geflickte" Stelle in der Sehne elastisch wird, da Elastizität einer Sehne durchaus trainierbar ist. Allerdings benötigen Sehnen eine deutlich längere Trainingszeit als z.B. Muskeln

Lernt das Pferd beim Training kein vernünftiges Bewegungsmuster, so kann es immer wieder durch falsche Kompensation (Fehlbelastung), oder Überlastung zu Sehnenschäden kommen. 

Individuelle Bewegungskonzepte müssen erarbeitet werden

Zum Beispiel sind 10 Minuten Dressur Lektion für ein Holzrücke Pferd eine Wahnsinnsleistung, wogegen ein Lusitano danach noch nicht einmal auf Betriebstemperatur läuft. Sollte diese aber einige Stämme aus dem Wald ziehen, wäre er nach 10 Minuten schon am Rande seiner Leistungsfähigkeit. 

Braucht das Pferd mehr "Drehzahlen für die Verbrennung" - Konditionstraining

Braucht das Pferd mehr Bauchmuskulatur für den Rücken - Rückentraining

Unterschied Muskelaufbau und Kreislaufaktivierung

  • Langsame Bewegung - man benutzt den ganzen Muskelstrang (Zeitlupentempo total anstrengend)
  • Schnelle Bewegung - deutlich kraftloser für den Muskelstrang, er nutzt nur die Hälfte
  • Wenn du die Muskulatur nach dem Training nicht merkst, hast du sie nicht benutzt
  • Sollte der Muskel im Krafttraining zu viel belastet werden - so besteht die Gefahr der Übersäuerung - Gewebe verspannt sich, dadurch besteht die Gefahr der Verletzung des Muskels

Wann und wie wächst ein Muskel?

  • Ein Muskel benötigt einen Impuls (Wachstumsreiz, z.B. durch das aktive Training entstehen kleine Mikrotraumen um selbst festzustellen, dass seine aktuelle Kapazität nicht ausreicht
  • Erst regenerieren sich die Muskeln, dann wird Energie in Wachstum gesteckt, um beim nächsten Training besser vorbereitet zu sein
  • Hierzu benötigt der Muskel Pause (Superkompensation), daher wichtig der Unterschied zwischen Muskelaufbau oder Krauslaufaktivierung. Hier wird keine Pause benötigt.

Kurze Info zu Muskeln

  • Bei einem Pferd in Bewegung arbeitet nie ein Muskel allein, es werden immer zusammenhängende Muskelgruppen bewegt
  • Die obere Verspannung besteht aus einer Muskelgruppe, die oberhalb der Wirbelsäule liegt. Sie ist zuständig für die Streckung der Wirbelsäule und der Hüfte, senken des Rückens und heben von Kopf und Hals
  • Die untere Verspannung besteht aus einer Muskelgruppe, die unterhalb der Wirbelsäule und vor der Hüfte bezeichnet wird. Sie ist zuständig für das Aufwölben des Rückens
  • Wichtig ist das Gleichgewicht der Intermuskulären Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Muskeln (Agonist, zieht sich zusammen - Antagonist, dehnt sich). Je besser dieses Zusammenspie, desto niedriger der Energieverbrauch. Folgen von Ungleichgewicht sind Schmerzen, Fehlbelastung der Gelenke, negative Auswirkungen auf die Gesamtkörperstatik.

Warum Abwechslung im Training wichtig ist

  • Jedes Pferd hat seine Genetik und Geschichte, so wie wir Menschen auch. Dem einen liegt eher Jogging, dem nächsten Schwimmen
  • Findet man die passenden Übungen, so fällt es dem Pferd (wie auch uns Menschen) nicht so schwer, und macht sogar Spaß
  • Wenn verschiedene Trainingsmethoden ausprobiert werden (Flexibilität) erreicht man das optimale Bewegungsmuster
  • Optimales Bewegungsmuster, der Körper bekommt optime Energie, fühlt sich gut an.

Wichtige Informationen zum Umgang mit Rehapferden

Hatte das Pferd längere Boxenruhe aufgrund zum Beispiel einer Läsion, so wird das antrainieren im Regelfall mit 2 Minuten gestartet und dann langsam gesteigert. Hier sollte der behandelnde Tierarzt die Trainingseinheiten vorgeben und im engen Dialog gearbeitet werden. 

Umgang mit "vermeintlich" schwierigen Pferden

Oftmals hervor gerufen durch Angst oder Schmerzen des Tieres

  • Ruhig bleiben und selbst alle Energie raus aus dem Körper
  • Pferd nicht in die Augen schauen
  • Ruhige Bewegungen
  • Hinter dem Pferd stehende Zuschauer müssen weg
  • Wenig reden und wenn leise
  • Druck erzeugt Gegendruck - angeborener Reflex. Nachgeben und langsam Druck wieder aufbauen
  • Richtig stehen bleiben lernen