Kräuter und Öl in der Pferdefütterung

Wie sinnvoll sind Kräuter in der Pferdefütterung?

Die Kräuter, die natürlich auf der Weide vorkommen, sind absolut unbedenklich, schon allein, weil unsere Pferde selbst entscheiden, ob sie diese "brauchen" und frisst oder eben nicht. Aber Kräuter werden auch als Futterzusatz immer beliebter und das aus gutem Grund. Bevor du deinem Pferd aber verschiedene Kräuter verfütterst, solltest du dich zuerst mit deren Wirkung auseinandersetzen. So kannst du sicherstellen, dass die Gesundheit deines Pferdes optimal unterstützt wird. 

Generell gilt für die Kräuterfütterung

  • verfüttere die Kräuter immer nur über einen begrenzten Zeitraum von vier bis sechs Wochen
  • nach jeder dieser Kräuterkuren solltest du deinem Pferd eine 14-tägige Kräuterpause gönnen
  • Dauergaben von Kräutern sollten immer mit dem Tierarzt oder Futtertherapeuten abgesprochen werden.

Welche Kräuter helfen bei was?

Ackerschachtelhalm

 

 

 

fördert die Gesundheit der Blase und Lungen und hilft bei Blutungen, Rheuma und Wassersucht

Bärlauch

 

 

 

wirkt entzündungshemmend, blut-reinigend, krampf- und schleimlösend, harntreibend, anregend und antibiotisch

Beinwell

 

 

Unterstützt vor allem die Gelenke, die Lungen und die Magenschleimhaut  älterer Pferde und wirkt reizlindernd, wundheilend, entzündungshemmend und auswurffördernd

Birkenblätter

 

 

 

Wird besonders bei schwachen und alten Pferden gefüttert, hilft bei Wasseransammlungen und reinigt das Blut

Bockshornkleesamen

 

 

 

 

Gut fürs Fell, reizlindernd, milchtreibend, schleimlösend, nahrhaft und abführend

Brennessel

 

 

 

Hilft bei Rheuma und Ekzemen, wirkt blutreinigend und stärkt die Leber

Ehrenpreis

 

 

Wirkt schweißtreibend, blutreinigend, schleimlösend, harntreibend und beruhigend

Engelwurz

 

 

 

 

Regt den Appetit an, hilft bei Blähungen und wirkt kräftigend und antiseptisch

Huflattich

 

 

Wirkt entzündungshemmend und schleimlösend und wird vorwiegend bei Verstauchungen und Husten eingesetzt

Isländisch Moos

 

 

 

Hilft bei Bronchitis, da es reizlindernd, schleimlösend, kräftigend und krampflösend ist

Kamillenblüten

 

Sind besonders beruhigend, entzündungshemmend, blähungstreibend, schmerz- und krampflindernd und gefäßerweiternd

Klette

 

 

Fördert die Verdauung, reinigt das Blut und wirkt harntreibend

Kümmel

 

 

Löst Krämpfe im Magen- und Darmtrakt und hilft bei Blähungen und Völlegefühl

Löwenzahn

 

 

Hilft chronischer Arthrose, ist gut für den Magen und die Leber und reinigt das Blut

Malve

 

 

Verschafft Abhilfe bei Durchfall, Bronchitis und Krampfkoliken

Mariendistel

 

 

Schützt die Leber, regt deren Funktion gleichzeitig an und wirkt reizlindernd

Quecke

 

 

Tötet Keime und wirkt harntreibend, abführend und reizlindernd

Ringelblume

 

 

Bekämpft Keime und Pilze, fördert die Wundheilung und wirkt entzündungshemmend, galletreibend und zusammenziehend

Rosmarinblätter

 

 

Lindert Entzündungen, reinigt das Blut und wirkt keimtötend, kräftigend, anregend, krampflösend und blähungstreibend

Schafgarbe

 

 

Stillt Blutungen, fördert die Wundheilung, bekämpft Entzündungen und wirkt antiseptisch, krampflösend und entzündungshemmend

Spitzwegerich

 

 

Stärkt den Magen, fördert die Wundheilung, hilft bei Atemwegserkrankungen und wirkt blutreinigend, krampflösend und harntreibend

Stiefmütterchen

 

 

Hilft bei Erschöpfung, Nervosität, Blasenkatarrh, Harnsäureüberschuss, Durchfall und wirkt harn- und schweißtreibend, blutreinigend, leicht abführend und schleimlösend

Mit Maß und Ziel - Öle und Fette

Fette gehören zu den energieliefernden Nährstoffen. Wie Kohlenhydrate und Eiweiße werden sie im Dünndarm verdaut. Die Ölfütterung ist sehr beliebt und offensichtlich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Pferdefütterung geworden. 

Öle leicht verdaulich

Die Ölfütterung liefert reichlich eiweißfreie Energie. Zudem macht sie der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren essentiell, also lebensnotwendig und damit zu einem wichtigen Bestandteil der Pferdefütterung. Pferde haben von Natur aus eine hervorragende Verdauungskapazität für Öle. 

Entzündungen mit Öl bekämpfen

Zu den bekanntesten gesundheitswirksamen Ölen gehören die, welche reich an dreifach ungesättigten Fettsäuren sind. Zu diesen zählen die Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. 

Zu den Omega-3-Fettsäuren gehört die Alpha-Linolensäure, die in allen Pflanzen, die Photosynthese betreiben, vorkommt. In der Natur nimmt das Pferd über das Gras bereits hohe Mengen an Alpha Linolensäure auf.

Fettpolster sind wichtig

Eine wichtige Aufgabe der Öle in der Fütterung ist es, Energie zu liefern, ohne dabei den Eiweißgehalt der Ration zu erhöhen. Allerdings sollte man bedenken, dass Öle selbst relativ "leere Kalorien" in Bezug auf die Mineralisierung des Pferdes darstellen. 

Zur Bildung von Fettreserven sind Sonnenblumen- und Maiskeimöl (reich an zweifach ungesättigter Linolensäure), Erdnussöl oder Olivenöl durchaus geeignet. Sie stellen auch eine natürliche Vitamin E Quelle dar. 

Nachteile der Ölfütterung

Öle sind relativ lange vor Verderb geschützt, solange sie naturgebunden in der Ölfrucht, dabei aber kühl gelagert werden (zum Beispiel im Borretschsamen, als Sonnenblumenkerzen, ganzer Leinsamen). Je nach Verwendung und Struktur können Fette langsam oder schnell verderben. Die Doppelbindungen der dreifach ungesättigten Fettsäuren sind hochsensibel gegenüber Zerstörung durch Licht und Sauerstoff. Dabei werden sogenannte Peroxide gebildet, das Öl wird ranzig. Der Fettverderb ist nicht umkehrbar, sehr komplex und kaum zu beherrschen. Erst bei hochgradigem Verderb schmecken Öle ranzig oder aggressiv. Die Zerstörung von Ölen ist abhängig von der Menge der Luftzufuhr, Wärme und Strahlung (zum Beispiel Sonneneinstrahlung) und der Anzahl an Doppelbindungen. Peroxid belastete Öle schaden der Gesundheit mehr, als dass sie nützen und haben eine Bedeutung bei der Entstehung von Krebs, Entzündungen und anderen Erkrankungen

Lein- und Fischöl

Lein- und Fischöl enthalten jede Menge Omega 3 Fettsäuren und sind somit wie gemacht für die Verdauung des Pferdes. Ganz besonders, weil sie die sonst eher Omega 6 lastige Ernährung von Pferden perfekt ausgleichen. Leinöl wird im Gegensatz zu Fischöl von vielen Pferden bevorzugt, ist allerdings auch leichter verderblich. Deshalb sollten wir immer darauf achten, dass wir eine angebrochene Packung kühl und lichtgeschützt lagern und innerhalb von sechs bis acht Wochen aufbrauchen.

Wirkung von Lein- und Fischöl

  • Unterstützt die Magenschleimhaut
  • Reguliert die Trägerstoffe im Nervensystem
  • Wirkt entzündungshemmend, besonders in den Gelenken und Atemwegen
  • Regt den Stoffwechsel an
  • Stärkt das Immunsystem
  • Beugt Sommerekzem vor

Schwarzkümmelöl

Das Schwarzkümmelöl ist schon seit mehr als 2.000 Jahren als Heilmittel für Mensch und Tier bekannt und bewährt. 

Auch in der Pferdewelt wird es immer beliebter. So kann Schwarzkümmelöl sowohl von außen als auch innen angewendet werden und bietet eine Vielzahl von Vorteilen. 

  • Stärkt das Immunsystem und die eigene körperliche Abwehr
  • Tut dem Magen und Darm gut
  • Hilft bei Allergien und Hauterkrankungen
  • Wirkt hustenlösend und hält die Atemwege frei
  • Sorgt für gesundes Fell und gesunde Haut

Reiskeimöl

Für die Pferdefütterung wurde Reiskeimöl hauptsächlich wegen seines hohen Gamma-Oryzonal Anteils entdeckt. 

Dieser Stoff kurbelt den Stoffwechsel an und fördert so die Muskelbildung. 

 

Wirkung von Reiskeimöl

  • Regt den Stoffwechsel an
  • Fördert die Muskelbildung
  • Senkt den Cholesterinspiegel

Es gibt noch weitere Öle, die immer wieder mit der Pferdefütterung in Verbindung gebracht werden, die aber im Vergleich zu den bereits genannten Ölen wenig Vorteile für das Pferd haben. Ganz im Gegenteil, bei Hanf-, Distel-, Raps- Palm- und Kokosöl kommt es häufiger zu Verdauungsproblemen, und darauf kann man gerne verzichten.