Spat

Spat beim Pferd - Ursachen, Symptome und Behandlung

Es gibt einige Lahmheitsursachen, die keine reinen Arthrosen sind, da nicht nur die Gelenke allein, sondern noch weitere Teile des Bewegungsapparates mit erkrankt sind. 

Spat ist eine Periarthritis (örtlich umgrenzte Entzündung gelenknaher Bereiche) des Sprunggelenkes, die mit einer Arthrose der straffen kleinen Gelenke innerhalb dieses komplexen Gelenks einhergeht. 

Ein Pferd, das unter Spat (Osteoarthrosis taris) leidet, erkrankt an einem Sprunggelenk oder an beiden Sprunggelenken. Sie zählt zu den "degenerativen Gelenkerkrankungen" beim Pferd, also eine durch Verschleiß entstehende Veränderung am Gelenk. 

Die Erkrankung führt oft zu Lahmheit und Schmerzen. Das Sprunggelenk ist sehr komplex aufgebaut und setzt sich aus mehreren kleinen Knochen und Gelenken zusammen. Die kleinen Gelenke zwischen diesen Knochen, die wenig beweglich sind, entzünden sich beim Spat. Aber nicht immer ist der Spat mit Lahmheit verbunden - die Knochenauftreibungen an der Gelenkinnenseite und die Versteifung der kleinen Gelenke sind dann nur auf dem Röntgenbild zu erkennen. 

Da diese Krankheit meist nur unterschwellig zum Vorschein kommt, ist sie oft schwer zu erkennen. Das Pferd kommt aus der Box und humpelt. Wenn man es nach links oder rechts führt, tritt es in eine Vermeidungshaltung. Nach fünf bis zehn Minuten läuft es allerdings wieder normal. Das Spat Pferd versucht die Kräfte von dem "kranken" Fuß auf den gesunden zu verlagern. Nach fünf bis zehn Minuten beginnen die Muskeln und Sehnen warm und locker zu werden und die Schmerzen schwinden. 

Diese Krankheit ist zwar nicht heilbar, das heißt, die Ursache kann nicht bekämpft werden, allerdings kann man die Symptome verringern und damit der Krankheit das "Übel" entziehen. Nach der akuten Entzündung bildet sich eine Arthrose. Bei Pferden, die geritten und gefahren werden, kommt Spat häufig vor. Diese Erkrankung ist nicht als einzelnes Krankheitsbild anzusehen, sondern als Sammelbegriff. Unterschiedliche Formen dieser Krankheit stehen mit Entzündungen und Schmerzen des Sprunggelenks in Verbindung. 

Bei der chronisch auftretenden Form verknöchert das Gelenk und damit verbunden entzündet sich die Knochenhaut und der Fußwurzelknochen entkalkt zunehmend. Das Gelenk des Pferdes wird langsam steif, das heißt, das Pferd beginnt lahm zu gehen. 

Bei Spat entwickeln sich im Gelenk schmerzhafte Entzündungen, die zu Lahmheiten führen. Durch die chronische Entzündung geht das stoßdämpfende Knorpelgewebe kaputt. Der darunter liegende Knochen verändert und verbindet sich mit anderen Knochen. Am Ende des Verknöcherungsprozesses ist das Gelenk steif und das Pferd in vielen Fällen schmerzfrei. Das besondere beim Spat sind allerdings die Spat-Schübe. 

 

 

Spat-/Sprunggelenks-Gamaschen von SWIT Neurobalance

Veränderungen am Knochen sind oft nicht fühlbar. Die innere Seite des betroffenen Gelenks eines Pferdes kann beim Spat aufgetrieben sein und kleine Vorsprünge, die aus knöchernem Material bestehen, werden sichtbar. Diese Veränderungen am Gelenk bedeuten für das Pferd aber keine Schmerzen. Die knöchernen Vorsprünge werden auch Exostosen genannt und kommen erst vor, wenn das Pferd länger von Spat betroffen ist. Fällt bei einer empfehlenswerten Kontrolle der Gelenke etwas Ungewöhnliches auf, sollte der Tierarzt gerufen werden. Je früher Spat diagnostiziert werden kann, desto besser kann das für den Verlauf sein. 

Ist die Verknöcherung abgeschlossen geht das Pferd möglicherweise steifer als davor, hat aber keine Schmerzen dabei. Die Schmerzen, die in der Phase der Verknöcherung entstehen, sind Folgen der Entzündungen die durch die Krankheit hervorgerufen werden. Diese Entzündungen lassen sich allerdings behandeln. 

Ursachen für eine Spat-Erkrankung

Das Sprunggelenk hat unter anderem die Aufgabe, Druck- und Schubkraft abzufangen. Bei hoher Belastung kommt es immer wieder zu kleinen Stauchungen, Rotationen der Knochen und vermehrtem Zug an den Gelenkbändern. Damit wird die Entstehung von Spat begünstigt, weshalb vor allem Sportpferde und ältere Pferde unter Spat leiden. 

Bei Trabrennpferden ist Spat quasi eine Berufskrankheit. Aber auch bei stark beanspruchten Dressurpferden, Springpferden, Galoppern und Westernpferden (Reining) ist die Diagnose weit verbreitet. 

Pferde mit einer Fehlstellung sind durch die anatomische Fehlbelastung anfälliger für Spat. Ebenso auch Pferde mit schmalen, dünnen Sprunggelenken. Eine falsche Fütterung kann ebenfalls die Entwicklung von Spat begünstigen. So wird bei Trabern die energiereiche Fütterung (Störungen im Verhältnis von Phosphor und Kalzium) in jungen Jahren in Verbindung mit der hohen Spat-Anfälligkeit gebracht. Aber auch Imbalancen oder Mangel an Mineralstoffen oder Proteinen können zur Erkrankung von Spat beitragen. Ebenso geht man davon aus, dass Verletzungen wie beispielsweise Verstauchungen, Quetschungen und Tritte für diese Erkrankung auch ursächlich sein können, sowie falscher Hufbeschlag und vernachlässigte Hufe. 

Vereinfacht gesehen kann man zwei Arten von Spat unterscheiden:

Spat mit Knochenaufbau führt zu einer Verknöcherung der schmalen Gelenkspalte und führt zu einer Steifheit im Sprunggelenk. Lediglich in Phasen des Knochenumbaus gehen die Pferde lahm. Sobald der Spat durchbaut ist, sind die Pferde zwar steifer in der Hinterhand aber in der Regel lahmfrei. 

Zusätzlich gibt es auch den Osteolytischen (knochenauflösenden) Spat, der zu osteoporoseartigen Veränderungen führt und häufig mimt wiederkehrenden Lahmheiten verbunden ist. Die Prognose ist hier deutlich vorsichtiger zu stellen. 

Aufgrund genetischer Disposition werden leichte Spatbefunde oft schon bei jungen Pferden zum Beispiel bei der Ankaufsuntersuchung festgestellt. 

Beim durchbauenden Spat treten nur vereinzelt eher geringgradige Lahmheiten während der Knochenumbauprozesse auf. Wenn der Gelenkspalt knöchern durchbaut ist, zeigen die Pferde zwar das für Spat typische Gangbild mit wenig Beugung im Gelenk und zehenschleifen, aber der durchbaute Gelenkspalt ist nicht mehr schmerzhaft. Beim osteolytischen Spat ist das Risiko für intermittierende Lahmheiten groß. 

Symptome bei Spat

Bei Spat entlastet das Pferd die schmerzenden Hinterbeine, bzw. winkelt das Sprunggelenk nicht stark ab. 

In leichten Fällen läuft sich das Pferd nach etwa 10-20 Minuten ein und kann oft normal geritten werden, ist der Spat beim Pferd jedoch schon weit fortgeschritten, so verstärken sich die Symptome. Des Weiteren ist zu beobachten, dass die Lahmheit nach einer intensiven Trainingseinheit stärker ist und sich nach einem Ruhetag wieder bessert. Mit dem Fortschreiten der Krankheit treten auch die typischen knöchernen Veränderungen (Exotosen) an der Innenseite des Sprunggelenks auf. 

Symptome können sein:

  • Kürzere Schritt und Tritt als üblich
  • Unter dem Sattel: verspannter Rücken, Schwierigkeiten beim Tempowechsel
  • Schwungloser und verkürzter Trab
  • Springpferde fangen an zu verweigern oder springen schlecht
  • Reiningpferde tun sich mit schnellen Wendungen und Stopps schwer
  • Traber galoppieren bei höherem Tempo oder in Wendungen an
  • Pferde fußen auf der Hufspitze, so dass die Zehe bzw. das Hufeisen vermehrt abgenutzt wird
  • Betroffene Pferde beginnen mit einem oder mit beiden Hufen zu schleifen
  • Vermehrtes Stolpern
  • Schiefes Becken
  • Mangelnde Rücken- und Kruppenmuskulatur

Was tun nach der Diagnose Spat?

Spat beim Pferd entwickelt sich schleichend. Gerade in der Anfangsphase ist es schwer, eine konkrete Ursache für die Lahmheit zu finden. Oft wird nur im Ausschlussverfahren herausgefunden, welche Gelenke eine Lahmheit verursachen und ob es sich um Spat handelt. 

Das betroffene Tier lahmt aus dem Sprunggelenk heraus. Ein Einlaufen führt aber häufig zu einer Verbesserung der Lahmheit. Anfangs lahmt das Pferd nur zu Beginn einer Arbeitseinheit und während einer Belastung. Im weiteren Verlauf der Erkrankung schonen die Tiere das betroffene Bein oder die betroffenen Beine immer mehr und die Gliedmaßen werden häufiger entlastet. Bei manchen Pferden werden die Gelenke auch dick und heiß.

Spat ist nicht heilbar. Ziel sollte es daher sein, das Fortschreiten der degenerativen Gelenkveränderungen so lange wie möglich aufzuhalten, indem die Entstehung von Entzündungen im Sprunggelenk verhindert und die Regeneration der betroffenen Strukturen bestmöglich unterstützt werden. Gerade die rechtzeitige Behandlung bei beginnendem Spat ist für den Erfolg maßgeblich. 

Die richtige Hufbearbeitung und Wärme sind weitere Maßnahmen sowie spezielle Spat-Gamaschen. 

SWIT Neurobalance hat hierzu extra spezielle Spat-/Sprunggelenk Gamaschen für Pferde entwickelt. Diese wurden am Institut FIAE von Dr. rer. nat. Evelyn Schürg-Pfeiffer getestet und erprobt. 

Vor und nach Belastungen aktivieren und regenerieren, während der Entzündungsphasen Schmerzlinderung durch beruhigen und entspannen. Präventiv und regenerativ einzusetzen. 

Das biologische Gleichgewicht spielt hier eine wesentliche Rolle die nicht zu unterschätzen ist. 

 

Ein guter Hufschmied oder Hufpfleger wird den Huf so bearbeiten, dass das Pferd leichter über die Zehe abrollen kann und dadurch eine schmerzende Streckung des Sprunggelenks reduziert wird. Der orthopädische Beschlag hat deswegen in der Regel eine Verdickung an den äußeren Hufeisenschenkeln.

Für die Tiere ist es angenehmer die Hufe im vorderen Bereich stärker zu belasten, deshalb versucht es diese Position einzunehmen. Diese spezielle Belastung ist auch daran erkennbar, dass sich die Hufeisen oder die Hufe im vorderen Bereich mehr abnutzen. 

Da Spat bei Pferd unterschiedliche Ursachen hat, gibt es auch verschiedene Vorbeugungsmaßnahmen. Pferde sollten erst eingeritten werden, wenn das Skelett ausgewachsen ist. Eine sehr starke Belastung in jungen Jahren kann später zu Gelenkproblemen führen. 

Ein Pferd muss im Laufe seines Lebens viel Bewegungsfreiheit auf dem Paddock oder der Weide ermöglicht werden, da dies seinen Bedürfnissen entspricht. Nur durch ausreichend Bewegung können diese Tiere dauerhaft gesund bleiben. 

Pferde sind Lauftiere, das gilt auch für Pferde mit der Diagnose Spat. Sie brauchen Platz und Bewegung sowie dem Gesundheitszustand angepasstes Training. Reine Boxenhaltung für ein Pferd mit Spat ist daher dringend zu vermeiden. 

Es sollte wenigstens eine große Box mit täglichem Auslauf auf einem Paddock oder einer Koppel haben. 

So kann es sich frei bewegen und enge Wendungen weitestgehend vermeiden. 

Eine Gruppen- bzw. Offenstallhaltung ist für Spat Patienten ebenfalls sehr sinnvoll. 

Hier ist allerdings eine homogene und ruhige Gruppe zu bevorzugen. 

Das Pferd muss die Möglichkeit haben, zu ruhen, wenn die Gelenke wehtun. 

Ein weiterer Aspekt ist eine Ernährung, die ausgewogen sein muss. Starkes Übergewicht ist für die Gesundheit der Gelenke ebenfalls nicht förderlich. Um Spat beim Pferd zu vermeiden, ist es auch empfehlenswert, Fehlstellungen frühzeitig durch einen Profi behandeln zu lassen. 

Behandlung von Pferden mit Spat

Pferde mit Spat leiden an wiederkehrenden, schmerzhaften Spat-Schüben. Häufig treten diese bei nass-kaltem Wetter auf. In dieser Phase kann man den betroffenen Tieren das Leben mit schmerzstillenden Medikamenten oder pflanzlichen Präparaten wie Ingwer und Teufelskralle leichter machen. 

Allerdings ist hier Vorsicht bei längerer Gabe geboten. Sie schlagen leicht auf den Magen und belasten die Leber sowie die Nieren. Pflanzliche Mittel sind auf Dauer für den Verdauungstrakt und die Entgiftungsorgane verträglicher. Die starken Medikamente kann man für schmerzhafte Schübe bereithalten.

Es gibt auch Methoden und Operationen zur Behandlung von Spat. Welches Verfahren für das eigene Pferd in Frage kommt, sollte mit dem behandelnden Tierarzt geprüft werden. 

Meist wird zuerst versucht, dem Pferd bestimmte Medikamente zu verabreichen, in dem sie gespritzt oder in das Futter gemischt werden. Diese Mittel wirken sich günstig auf die Entzündung und Schmerzen aus. Die Ursache wird dadurch aber nicht beeinflusst. Nach dieser Behandlungsform können die Spat-Symptome immer wieder vorkommen. Über einen längeren Zeitraum stehen die Medikamente in Verbindung mit einigen Nebenwirkungen. 

Sollte bereits eine Verknöcherung des betroffenen Sprunggelenks eingesetzt haben, können kortisolhaltige Präparate direkt an den Ort des Geschehens gespritzt werden. Allerdings verursachen diese Mittel Entzündungen mit dem Ziel, dass der Spat schneller verknöchert, das Gelenk steif wird und das Bein ohne Schmerzen bewegt werden kann. Eine Spritze direkt in das Gelenk kann jedoch eine heftige Entzündung hervorrufen, wenn während der medizinischen Maßnahme Bakterien in das Gelenk gelangen. 

Auch wird oft vorgeschlagen, die Gelenke der kleinen Knochen zu manipulieren, um eine schnelle Verknöcherung auszulösen, oder die kleinen Nerven zu durchtrennen. Diese tierärztlichen Maßnahmen sind ebenfalls nicht frei von Nebenwirkungen. 

Neben den konventionellen Behandlungen gibt es wirkungsvolle alternative Heilmethoden, wie zum Beispiel Blutegel. Der Speichel der kleinen Helfer enthält wirksame Substanzen, die entzündungshemmend, schmerzlindernd, antibiotisch und blutverdünnend wirken. Akkupunktur und physiotherapeutische Behandlung um Blockaden und Verspannungen zu lösen. Damit wird das Wohlbefinden des Pferdes deutlich gesteigert.

Kann man Pferde mit Spat noch reiten?

Wie intensiv ein Pferd mit Spat geritten werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Bei weit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf von Spat ist häufig nur ein gemütlicher Ausritt möglich. Aber vor allem Pferde mit beginnendem Spat können noch fast normal geritten werden. 

Oftmals wird die Krankheit erst spät erkannt, weil das Pferd zunächst die Schmerzen leicht wegsteckt. 

Folgendes sollte man beim Reiten eines Pferdes mit Spat beachten:

 

  • langes Aufwärmen ( 15 - 20 Minuten)
  • Das Pferd über den Rücken zu reiten
  • Gerade Linien
  • Enge Wendungen und Volten vermeiden
  • Keine plötzlichen Richtungswechsel, Stopps oder Spins
  • Cavaletti-Arbeit und Sprünge nur selten einsetzen

Vorbeugen ist besser als Nachsorgen

SWIT Neurobalance Spat-Gamaschen sorgen für ein Wohlbefinden bei deinem Pferd. Zur Vorbeugung und auch wenn bereits die Diagnose Spat gestellt wurde. Schmerzlinderung, auch ohne schmerzstillende Medikamente.

Lass dich von uns beraten, wir helfen dir gerne weiter